Klang - Raum - Stille

Das Sinfonische Blasorchester Ulm (SBU) lädt am Sonntag, den 28. Mai 2017 um 18.30 Uhr in die Ulmer Pauluskirche. Das Konzert steht unter der interessanten thematischen Konzeption Klang – Raum – Stille und verspricht ein unvergessliches musikalisches Erlebnis. Der Dirigent Douglas Bostock hat ein Programm zusammengestellt, in dem die Aspekte Klang und Stille sowie deren räumliche Wirkung im Mittelpunkt stehen.

Die Pauluskirche in Ulm ist der ideale Ort für das Programm Klang – Raum – Stille. Das SBU wird mit den ausgewählten Werken die räumlichen Dimensionen der Kirche voll zur Geltung bringen. Jede Komposition hat einen individuellen Bezug auf Stille oder Klang – oder auf den Kontrast zwischen beiden – und setzt das musikalische Geschehen in einen räumlichen Kontext.

The Sword and The Crown von Edward Gregson beruht auf Schauspielen von William Shakespeare und ist wie für die Kirche gemacht: Zwei Ferntrompeten spielen off-stage, also nicht auf der Bühne. Sie markieren gemeinsam mit zwei vollständigen Paukensätzen, die sich wiederum hinten auf der Bühne befinden, die vier Ecken der Kirche und definieren so den Raum. In Asuka von Tetsunosuke Kushida spielt neben den Klängen auch die Stille eine Bedeutung – wie es in der japanischen Musik oftmals der Fall ist. Momente des bewussten Nicht-Spielens kontrastieren mit musizierten Passagen. Kein anderes Werk bringt die Stille so plakativ auf die Bühne wie 4‘33‘‘ von John Cage, in dem kein einziger Ton erklingt. Ursprünglich wurde es für Klavier konzipiert, aber mittlerweile auch schon von Sinfonieorchestern aufgeführt. Das SBU ist das erste Blasorchester, das dieses berühmte und geradezu berüchtigte Werk auf die Bühne bringt. Philip Sparkes Out of the Darkness, Into the Light kann nicht nur mit „Aus der Dunkelheit ins Licht“, sondern auch mit „Aus der Stille in den Klang“ übersetzt werden. With Heart and Voice von David Gillingham basiert auf einem Kirchenchoral und bietet ein Wechselspiel aus ruhigen, fast mystischen Teilen und kraftvollen Klangausbrüchen. Awakening aus Lotus Sutra von Alfred Reed birgt einen buddhistischen Hintergrund und legt den Fokus auf die eigene Wahrnehmung: Wer man selbst ist, wo man sich befindet und was einen umgibt. Die sphärischen Klänge vermitteln die Suche nach der eigenen Bedeutung und der eigenen Position in einem größeren Ganzen. Dona Nobis Pacem von Martin Ellerby wurde durch Texte von Winston Churchill inspiriert und handelt von Krieg und Frieden. Besonders plastisch wird dieser Gegensatz durch die gewaltigen Klänge des Krieges und die darauffolgende Stille dargestellt. Die Musiker erzeugen zudem Geräusche, mit denen die Klangkulisse und deren Wirkung verstärkt wird. Zwei Choräle von Johann Sebastian Bach erklingen wie aus der Ferne und eröffnen neue räumliche Zusammenhänge. Mit der Intonation des Chorals „Dona Nobis Pacem“ durch die Frauenstimmen des Orchesters ist der Frieden erreicht.

In diesem Konzertprogramm werden Klang und Stille in allen Facetten dargestellt, einander gegenübergestellt und mit dem räumlichen Aspekt verknüpft. Diese Zusammenstellung an großartiger Musik in der Kulisse der Ulmer Pauluskirche, die natürlich selbst mit Ihrer Resonanz und ihrem Eigenklang zur Gesamtwirkung beiträgt, ist ein weiteres Highlight in der Konzerthistorie des Sinfonischen Blasorchesters Ulm mit seinem Dirigenten Douglas Bostock.

Karten gibt es für 15 € (ermäßigt 12 €) bei der Südwest Presse Ulm, bei SWU traffiti oder unter karten@sbu-online.de

Konzertprogramm

Martin Ellerby (*1957)
Dona Nobis Pacem

Edward Gregson (*1945)
The Sword and the Crown
I. Requiem aeternam - Tempo di marcia
II. At the Welsh Court
III. Battle Music and Hymn
Philip Sparke (*1951)
Out of the Darkness, into the Light

John Cage (1912-1992)
4:33

Alfred Reed (1921-2005)
Awakening from Lotus Sutra

Tetsunosuke Kushida (*1935)
Asuka

Downloads

Flyer Klang - Raum - Stille 2017
Flyer Klang - Raum - Stille 2017 als PDF-Datei zum Download