Im musikalischen Dreilndereck

Deutsche Musiker, ein japanischer Solist und ein englischer Dirigent: Douglas Bostock feiert sein 20-Jhriges beim Sinfonischen Blasorchester Ulm.

20 Jahre Douglas Bostock beim Sinfonischen Blasorchester Ulm wahrlich ein Grund zum Feiern. Und wie htte das SBU das Jubilum seines Dirigenten schner feiern knnen als mit einem Konzert, in dem Douglas Bostock Komponisten und Mitwirkende so in den Mittelpunkt stellt, dass sich sein musikalischer Lebenslauf mit seinem Heimatland und seiner Faszination fr Japan darin widerspiegelt? Musik aus Grobritannien war das Thema, und beim Hauptwerk des Programms stand ein japanischer Solist an der Seite Bostocks.

Nach einer festlich-mitreienden Erffnung mit Festivo von Edward Gregson und den Illyrian Dances von Guy Woolfenden folgte die erste deutsche Erstauffhrung des Abends: Die schottische Komponistin Thea Musgrave hatte sich von vier Haikus 17-silbigen Gedichten zu Journey Through a Japanese Landscape inspirieren lassen und dabei die Hauptrolle dem Marimbafon und dreierlei Wind Chimes Klangstben aus Bambus, Holz, Glas und Metall zugedacht. Wie bei Bostock nicht anders zu erwarten, stand dabei natrlich ein japanischer Solist der Spitzenklasse auf der Bhne. Schon im Einfhrungsgesprch mit dem Dirigenten hatte Ryuhei Sunaga darauf hingewiesen, dass er als Schlagzeuger blicherweise im Orchester ganz hinten stehe, aber nun als Solist keine Chance habe, sich zu verstecken: Ich kann nicht bescheien hatte er wrtlich versichert. Und er brauchte das auch gar nicht, denn wie er zeitweise gleich sechs Schlgel auf einmal ber die Holzplatten der Marimba wirbeln lie, das war jede Bewunderung wert.

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Das Sinfonische Blasorchester Ulm stand dem in nichts nach und lie sich zu neuer Hchstleistung anspornen. Smtliche Register sowie deren jeweilige Solisten waren mit vollem Einsatz erfolgreich dabei, den Festtag ihres Chefdirigenten auch zu einem Fest fr das gesamte Orchester und damit natrlich auch fr das in groer Anzahl erschienene Publikum werden zu lassen. Dieses wiederum leistete seinen Beitrag in Form von ebenso berechtigten wie begeisterten Beifallsbekundungen.

Nach der Pause unternahm das SBU mit den Paris Sketches von Martin Ellerby einen vierstzigen Abstecher ins Szeneviertel St.-Germain-des-Prs, auf den Place Pigalle, den Friedhof Pre-Lachaise und in die alten Markthallen mit Glockenklngen aus den Motiven des Dies Irae und des Berlioz-Te Deum als Leitmotiven. Dann gab es mit Sunrise at Angels Gate von Philip Sparke einen schon zum Klassiker gewordenen Trip durch den Grand Canyon, wo das Orchester alle Facetten dieser eindrucksvollen Klangmalerei aufblitzen lie. Mit der zweiten deutschen Erstauffhrung des Konzertes, King Solomons Mines von Nigel Clarke, wurde man in zehn Szenen auf die Suche nach sagenhaften Diamantenminen in Afrika mitgenommen, ja dank der Interpretationskunst von Dirigent und Orchester geradezu mitgerissen. Nach anhaltendem Applaus dankte Bostock mit der Versicherung, dass er zwar nicht auf Jubilen stehe, aber dennoch dankbar sei fr die 20 Jahre beim SBU und dass er sich auf viele weitere Jahre freue.

Die Sea Songs von Ralph Vaughan Williams und Country Gardens von Percy Grainger waren als Zugaben nicht nur Dank fr ein glckliches Publikum, sondern auch logische Komplettierung der Reihe britischer Komponisten, aus deren Werken ein insgesamt faszinierendes Konzertprogramm zusammengestellt war.
18.04.2016 · Neu-Ulmer Zeitung; Wilhelm Schmid (http://www.augsburger-allgemeine.de/neu-ulm/Im-musikalischen-Dreilaendereck-id37521912.html)
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