SBU 20 Jahre unter Dirigent Douglas Bostock

Das Sinfonische Blasorchester Ulm zeigt im Einsteinsaaal seine Klasse - unter anderem mit drei Solisten und zwei deutschen Erstauffhrungen.

Es war die klassische Notsituation: Douglas Bostock kam 1996, als das Sinfonische Blasorchester Ulm (SBU) nach dem Tod Kreso Pascuttinis pltzlich ohne Dirigent dastand. Aus dem Aushilfsjob sind 20 Jahre geworden, und Musiker wie Dirigent wissen die langjhrige Zusammenarbeit nach wie vor zu schtzen. Der bescheidene Jubilar betont, mit viel Freude er nach wie vor mit den Ulmern arbeite.

Zeitgenssische Originalkompositionen stehen dabei im Mittelpunkt, und das garantiert stets neue, im Wortsinn "unerhrte" Klangerlebnisse. Talente aus der frheren Ulmer Knabenmusik, Musikstudenten, Profis und sehr gute Amateure aus der Region haben sich unter der Regie des Englnders vom Bodensee zu einem sehr schnen und gut eingespielten Klangkrper gemausert. So klingt es durchaus glaubhaft, wenn Bostock versichert, ein umfangreiches Konzertprogramm, wie jetzt mit dem Schwerpunkt England, knne an zwei oder drei intensiven Probenwochenenden zur Auffhrungsreife gebracht werden. Natrlich nur dank professioneller, uerst sorgfltiger Vorbereitung aller Beteiligten und der einen oder anderen Registerprobe vorab.

So bietet das SBU Konzert-Business auf hohem Niveau, denn gerade die adquate Realisierung zeitgenssischer Musik erfordert neben der Beherrschung des Instruments von allen Beteiligten ein hohes Ma an Disziplin und Einfhlungsvermgen. Am frhen Sonntagabend gelang es im CCU etwa Solisten wie Claudia Braun (Piccolo), Stefanie Groner (Flte) und Alexander Weltin (Oboe), groartige Leistungen abzurufen - ber den ganzen Abend hinweg. Was auf keinen Fall bedeutet, dass die Kollegen nur zweitklassig gewesen wren.

Einzig das Trompetenregister verdient eine sachte Kritik: An den wenigen Stellen, wo es einmal aus dem Tutti-Sound htte heraustreten sollen, kam nicht allzu viel. Nicht Glanz und nicht Geschmetter. Mehr Mut in der Zukunft!

In gleich zwei deutschen Erstauffhrungen waren der japanische Marimbaphon-Spieler Ryuhei Sunaga als Gast und seine Kollegen Schlagwerker wie immer eine Bank - gerade so wie deren langjhrige Chefaushilfe Douglas Bostock. Das begeistert applaudierende Publikum wurde mit "Tubagold" (Solist Armin Schaer), schwungvollen Seemannsliedern von Ralph Vaughan Williams und Percy Graingers "Country Gardens" belohnt.
18.04.2016 · Sdwest-Presse; Ulrich Schneider-Allgaier (http://www.swp.de/ulm/lokales/ulm_neu_ulm/SBU-20-Jahre-unter-Dirigent-Douglas-Bostock;art4329,3791978)
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